Was sind
PFAS Chemikalien?
PFAS
sind per und polyfluorierte Alkylsubstanzen und -verbindungen. Es ist eine Gruppe von über 10'000 fluorierten Kohlenwasserstoffen, auch „Ewigkeitschemikalien“ genannt. Es gibt Tausende, oft nicht regulierte PFAS-Varianten in vielen Alltagsprodukten. PFAS sind extrem langlebige Chemikalien, die sich in der Umwelt nur sehr langsam abbauen – oft erst über Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte.
PFC
sind per- und polyfluorierte Chemikalien. Diese Abkürzung wird als Oberbegriff für die am meisten genutzten PFAS-Substanzen für wasserabweisende Outdoor-Bekleidung, Schuhe und Imprägniermittel verwendet.
Das Teflon® und die erste Atombombe
Teflon® (auch PTFE genannt) wurde 1938 zufällig vom Chemiker Roy J. Plunkett entdeckt und ist als Antihaftbeschichtung in Pfannen bekannt. Während des Manhattan Projekts für die militärische Atomforschung wurde es aufgrund seiner Beständigkeit gegen aggressive Gase bei der Urananreicherung zum Bau der ersten Atombombe für den „Trinity Test" eingesetzt. PFAS‑Stoffe wurden in den 1940er Jahren weiterentwickelt und z.B. als Antihaftbeschichtungen kommerzialisiert.
Teflon® ist als fester, unbeschädigter Kunststoff stabil und bei normaler Nutzung unbedenklich. Am Ende seiner Lebensdauer sollte er als Sonderabfall entsorgt werden, damit bei der thermischen Verwertung keine giftigen fluorierten Reststoffe in die Luft freigesetzt werden.
Warum sind PFAS ein Problem?
Einmal freigesetzt, verbreiten sie sich weltweit. Sie reichern sich in Böden, Gewässern und teils in Lebewesen an und sind in Alltagsprodukten, Trinkwasser und Lebensmitteln nachweisbar.
Studien verbinden bestimmte PFAS mit Gesundheitsrisiken wie hormonellen Effekten, geringerer Fruchtbarkeit, beeinträchtigter Immunantwort und erhöhtem Krebsrisiko.
Für die Wasseraufbereitung sind viele PFAS schwer oder nur mit hohem Aufwand entfernbar, was die Trinkwasserversorgung langfristig belastet.
Deshalb ist die Vermeidung neuer Einträge in die Umwelt der wirksamste Schutz für Gesundheit und Umwelt, um hohe Kosten und Folgeschäden zu vermeiden.
PFAS
PFAS werden in zahlreichen Alltags- und Industrieprodukten eingesetzt, wasser‑ und schmutzabweisenden Textilien, Outdoor‑Kleidung, Teppichen, Papier‑ & Lebensmittelverpackungen. Ausserdem finden sie sich in Feuerlöschschäumen, Beschichtungen für Metalle und Kunststoffe, in einigen Kosmetika sowie in bestimmten industriellen Prozessen (z. B. Galvanik, Halbleiterfertigung).
PTFE
PTFE wird vor allem als Antihaftbeschichtung in Kochgeschirr (z. B. Pfannen mit Teflon®) und in back- sowie korrosionsbeständigen Beschichtungen eingesetzt. In der Industrie dient es als Dichtungstoff in Schläuchen, Membranen, Kabelisolierungen und in chemischen Anlagen wegen seiner außergewöhnlichen Chemikalien- und Temperaturbeständigkeit.
TFA
TFA (Trifluoressigsäure) wird in der Chemie als Löse- und Hilfsmittel genutzt und taucht vor allem als Abbauprodukt anderer fluorierter Stoffe auf. Es entsteht unter anderem aus bestimmten PFAS-haltigen Chemikalien sowie aus einigen fluorierten Pestiziden. TFA ist eine Säure, die in der Umwelt praktisch nicht abgebaut wird und das Trinkwasser zunehmend belastet.
Warum sind PFAS gefährlich?
1. Extrem langlebig („Ewigkeitschemikalien“)
PFAS zerfallen kaum und bleiben über Jahrzehnte in der Umwelt bestehen. Sie reichern sich in Boden, Wasser, Tieren und Menschen an.
2. Weite Verbreitung
PFAS wurden in der Schweiz im Grundwasser, im Boden und im Blut der Bevölkerung nachgewiesen.
3. Toxische Wirkungen
Bestimmte PFAS gelten als toxisch. Die gesundheitlichen Risiken umfassen:
- Für einzelne PFAS, z. B. PFOA: Hinweise auf erhöhtes Krebsrisiko, insbesondere für Niere und Hoden (Evidenz stoffabhängig und nicht für alle PFAS gleichermaßen).
- Immunsystem: Abgeschwächte Impfantwort; teils erhöhte Infektanfälligkeit (besonders aus Kinderkohorten belegt).
- Entwicklung/Reproduktion: Geringeres Geburtsgewicht; Hinweise auf Fertilitätsbeeinträchtigungen und Entwicklungseffekte.
- Hormon- und Stoffwechsel: Beeinflussung der Schilddrüsenhormone, erhöhte Cholesterinwerte; Hinweise auf Leberbeteiligung.


